WhatsApp Image 2020 03 20 at 141955

Mitarbeiter von uns wurden Anfang der Woche als „Keimschleudern“ die doch bitte gehen sollen, beschimpft.
Warum dem nicht so ist erklären wir gerne in diesem Artikel.

Naturgemäß treffen wir im Rettungsdienst häufig auf kranke und geschwächte Menschen. Alte und Junge mit den unterschiedlichsten Erkrankungen oder Verletzungen.

Natürlich kommt der Hygiene dadurch ein besonderer Stellenwert zu. Aber wie sieht das konkret aus?

Eine unserer Arbeitsgruppen beschäftigt sich ausschließlich mit dem hygienischen Arbeiten im Rettungsdienst. Diese Arbeitsgruppe besteht aus den Desinfektoren unserer Rettungswachen.

Das wohl wichtigste Werkzeug welches diese Gruppe für die Mitarbeiter bereitstellt ist unser Infektionsschutzhandbuch. In diesem Ordner sind so ziemlich alle Infektionskrankheiten verzeichnet denen wir begegnen könnten. Von den sogenannten Krankenhauskeimen wie zum Beispiel MRSA, mit denen wir es sehr häufig zu tun haben, bis hin zu solchen Exoten wie der Pest. Diese gilt gemeinhin zwar als ausgerottet, tritt aber hier und da mal wieder in fernen Ländern auf. Zu allen Erregern gibt es in unserem Handbuch einen Steckbrief, auf dem in Stichworten der Erreger und seine Übertragungswege beschrieben sind. Ebenso findet man dort die erforderlichen Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter, sowie die passenden Verfahrensanweisungen um nach einem Einsatz Fahrzeug und Ausrüstung zu desinfizieren und die Mitarbeiter zu dekontaminieren.

Mittlerweile halten wir eine Vielzahl von Schutzkleidung für die eingesetzten Kollegen vor. Von Mundschutz und leichtem Kittel, über Ganzkörperschutzanzüge, bis hin zu Gebläsefliteranzügen reicht die umfangreiche Palette.

Ebenso reichhaltig ist mittlerweile die Anzahl der Mittel die wir für die Desinfektion einsetzen. Nicht jedem Erreger ist mit jedem Desinfektionsmittel beizukommen. Für spezielle Fälle müssten wir sogar die Hilfe einer Spezialfirma in Anspruch nehmen, da die Desinfektion dann so speziell ist, dass uns hierfür sowohl die Mittel, als auch die Ausbildung fehlt.

Der Transport einer infizierten Person hat also immer einen Mehraufwand zu Folge. Durch die Reinigungsmaßnahmen ist das betreffende Fahrzeug ungefähr eine Stunde außer Dienst. Unabhängig davon werden Fahrzeug und Geräte natürlich nach jedem Einsatz gereinigt.

Aber auch Sie können dabei helfen Infektionen zu vermeiden: Sollten Sie wissentlich an einer ansteckenden Krankheit leiden oder mit einem Keim besiedelt sein, sagen Sie das bitte direkt beim absetzen des Notrufes oder bei der Bestellung eines Krankentransportes, spätestens jedoch beim Eintreffen der Kollegen vor Ort.